Einsatz: Guinea

Republik Guinea

  • Hauptstadt: Conakry
  • Bevölkerung: 12,4 Mio.
                           (45 % unter 15 Jahre)
  • Sprachen: Französisch, Fula Fouta u. a.
  • Lebenserwartung: 59 Jahre
  • Analphabetenrate: 70 %
  • Entwicklungsindex: Platz 179 / 187
  • Religionszugehörigkeit:
    Islam 90%
    Christentum 5% 
    Traditionelle Religionen 5 %

Das Land

Im gebirgigen Norden liegt das Bergland der Fouta Djallon, das “Wasserschloss Afrikas“. Die Volksgruppe der Fulani bewohnt diesen tropischen Trockenwald, in dem zahlreiche Flüsse Westafrikas entspringen
(u. a. Gambia und Niger).

Die Luftfeuchtigkeit erreicht 98 %. Die Regenzeit dauert von März bis November. In der Trockenzeit bläst der Harmattan, der Wüstenwind der Sahara, Hitze und Sand in die Region.

Die Infrastruktur von Guinea ist nur gering entwickelt. Darüber hinaus mangelt es an Transportwegen, Bildungseinrichtungen und medizinischer Versorgung, auch Strom und Wasser sind eine Seltenheit.

Die Leute

Fulanis sind die wohl einflussreichste Volksgruppe in ganz Westafrika und rühmen sich der Verbreitung des Islam über 19 Länder des Kontinents hinweg. Ihr Leben ist geprägt von Viehzucht, Landwirtschaft und Handel. Obwohl sie ihre Identität vom Islam herleiten, herrscht große Furcht vor den magischen Kräften geistlicher Führer und den Ahnen.

Die Kinder wachsen in Altersgruppen von je vier auf, wählen einen eigenen Führer und sind weitgehend sich selbst überlassen. Oft müssen Jungen bereits im Kleinkindalter ihre Familie verlassen, um in der Obhut eines geistlichen Oberhaupts den Koran, dessen Sprache sie nicht verstehen, auswendig zu lernen. Mangels anderweitiger Bildung bleibt vielen als Erwachsenen nichts anderes, als selbst Koranlehrer zu werden.

Die 4,2 Mio. Foula Djallon (die zweitgrößte Untergruppierung von insgesamt 34 Mio. Fulani) leben als Halbnomaden. Der eigene Viehbestand ist ihnen das wichtigste und steht über den eigenen Frauen oder Kindern. Die Tiere spiegeln den Reichtum des Mannes wider und schenken ihm entsprechend Respekt und Einfluss.

Ich in Guinea

Mein erster Einsatz brachte mich im Frühjahr 2013 in die westafrikanische Republik Guinea.

Beim Leben in einer einheimischen Familie gehörten Kultur- und Sprachstudium zu meinen Hauptaufgaben.
Im Alltag ergaben sich besonders familiennahe Aufgaben, wie Mithilfe beim Weiden der Kühe, Erdnussanbau und Wäsche waschen am Brunnen.
Kleine Dienste entwickelten sich durch intensiven Kontakt mit heimischen Handwerkern, wie Schneidern und Schreinern.
Kinder, die statt zur Schule zu gehen schon von 5 Jahren an eine Ausbildung zum Fahrrad- oder Automechaniker machten erhielten so die Chance zum Lesen und Rechnen lernen. Anderen konnte ich beim Englischlernen helfen.
Zweimal wöchentlich gab es ein Volleyballtraining eines Kollegen bei dem ich regelmäßig mitmachen durfte. Aus dieser Tätigkeit heraus, sowie guter Beziehungen auf dem lokalen Markt ergab sich, dass viele Kinder Vertrauen aufbauten, mit dem sie mich später besuchen kamen.
Wunden verpflegen, bei Hausaufgaben helfen, eine Mahlzeit anbieten aber auch geistliche Themen brachten viele Kinder immer wieder dazu mich aufzusuchen.

Das Projekt ‘Action Vivre’

Den Fulani Gottes Liebe sichtbar zu machen – das ist die Vision des Projekts ActionVIVRE.
Mit kleinen, praktischen Entwicklungs- und Förderungsprojekten (z. B. Brunnenbau oder Studienzentrum für Jugendliche) trägt ActionVIVRE dazu bei, dass die Menschen vor Ort nicht einfach nur überleben, sondern bessere Lebensgrundlagen und Zukunftsperspektive bekommen.

Die Schule von ActionVIVRE ermöglicht rund 400 Kindern in der Primar- und Oberstufe eine solide Grundausbildung.

Die häufig sehr vernachlässigten Kinder erhalten Nachhilfeunterricht, werden zum gemeinsamen Spielen angeleitet und erleben biblische Grundwerte.

In den entstandenen Beziehungen wird darauf hingearbeitet, dass auch Veränderungen in den Menschen selber stattfinden.
Nur mit diesem ganzheitlichen Ansatz kann sich eine echte Entwicklung vollziehen.

Mehr Infos unter www.sam-info.org