Motivation und Vision

Was Mich bewegt

Beginnend mit meinem Freiwilligendienst im Kindergarten kam ich immer wieder in Kontakt mit Kindern, die keinen behüteten Ort kannten, den sie ‘Zuhause’ nennen konnten. Regelmäßig fehlten ihnen die Väter und ich wuchs in eine Rolle des “großen Bruders” oder “Vaters” hinein ohne dies zunächst zu bemerken. Stets konnte ich mir großer Aufmerksamkeit der Kinder gewiss sein, denen es im Elternhaus oder in ihrem sozialen Umfeld an Zuwendung, Beachtung und Würde essenziell mangelte.
Die Entwicklung jener Kinder ist denkbar schwierig. Mangelnde Würde führte zu mangelndem Selbstvertrauen und letztlich mangelnder Selbstwahrnehmung. Eine instabile Beziehungsfähigkeit, schwache schulische Leistungen, berufliche Hindernisse und eine kaum entwickelte Fähigkeit selbst Kinder gesund und liebend zu erziehen waren das Ergebnis.

Als Gott mich darauf aufmerksam machte, dass ich Ihm im Ausland dienen sollte, tat Er dies gerade durch die Nöte und Fragen von Kindern. Ob in Kenia unter Waisen, in Tansania unter Straßenkindern, im Tschad unter Flüchtlingskindern, in Westafrika unter Koranschülern oder an all diesen Orten unter Kindern, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind: Kinder, die keine Väter hatten (Sozialwaisen) waren nicht nur in Deutschland ein zunehmendes Problem und ich bemerkte, dass Gott mich durch meinen eigenen Lebensweg dazu vorbereitet hatte diesen Kindern zu dienen.

“Rein und vorbildlich Gott, unserem Vater, zu dienen bedeutet, dass wir uns um die Sorgen der Waisen und Witwen kümmern und uns nicht von der Welt verderben lassen.”
– Jakobus 1,27 –

Zur selben Zeit sah ich, dass viele Gemeinden im In- und Ausland keine Vision und keinen Raum für ihre Kinder hatten.
Budget, Zeit und “Personal” für Dienste unter Kindern und Jugendlichen waren immer Mangelware und dem Engagement unter Erwachsenen zweitrangig untergeordnet. Wie konnte das sein, wenn Jesus sagt: “Lasst die Kinder zu mir kommen. Hindert sie nicht daran! Denn das Reich Gottes gehört Menschen wie ihnen. Ich versichere euch: Wer nicht solchen Glauben hat wie sie, kommt nicht ins Reich Gottes” (Markus 10,14-15) ?

In der Tat waren Kinder, wo auch immer ich in der Welt hin gekommen bin, diejenigen die am meisten nach ihm gesucht haben und wenn sie von Ihm hören durften auch diejenigen, die Ihn von Herzen liebten! Wie auch immer, es schien dass sich die ‘Erwachsenenwelt’ reichlich wenig um sie kümmerte.

Geistliche Motivation

…aus diesen Erfahrungen entwickelte Gott in mir den Wunsch Kinder zu sehen, die in einem ganzheitlichen Ansatz, auch in der Auseinandersetzung mit ihrer geistlichen Umgebung, die Möglichkeit haben Fragen über Gott adressieren zu können.

In Kenia begegnete ich befreundeten Kindern unterschiedlicher Stämme, deren Eltern sich gegenseitig bekämpften. Die Kinder hatten noch kein Verständnis dafür entwickelt, dass der beste Freund eigentlich Feind sein sollte und ich erkannte welche Chance darin liegt unter Kindern eine Basis zu legen, die Völker miteinander verbindet, wenn sie ins Erwachsenenalter kommen.

In Tansania fragten mich Straßenkinder: “In Europa gibt es doch so viele Christen, warum kommt keiner und erzählt unseren Eltern von Jesus?”

Im Tschad erlebte ich Darfurflüchtlinge, die durch den Konflikt offen waren Jesu’ Gebot “Liebt eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen!” (Matthäus 5,44) in die Tat umzusetzen. Es waren Kinder, die der Ermordung ihrer Väter zugesehen hatten.

In Westafrika bat mich ein neunjähriger Koranschüler im Bewusstsein sich für die Frage in Gefahr zu begeben:
“Du bist ein Mann des Buches. Erzähl uns von Isa al Massiah (Jesus dem Christus)”.
Ein fünfjähriger, dessen älterer Bruder bei einem Marabout (Schamanismus) lernte kam täglich zu mir, weil er beten wollte. Er hatte Angst vor dem, was sein Bruder lernte.
Ein anderer, 14-jähriger fragte: “Die Macht der Marabouts – kommt sie von Gott oder nicht?”

Und ein 16-jähriger strahlte mich hoffnungsvoll an, als ich ihm entgegnete, dass in Jesu’ Gegenwart alle Dämonen fliehen müssen. Er hatte mich gefragt, wie es sein kann, dass wir Weißen nachts auf dem Feld in Zelten schlafen (Camping), wenn das der Ort und die Zeit ist, wo sich die bösen Geister treffen.

Ein ganzheitlicher Dienst ist mir wichtig geworden. Meine MOTIVATION setzt sich aus drei STEINEN zusammen:

1. Entwicklung: Lehm muss gebrannt werden, um an seinem neuen Wirkungsort verwendbar zu sein und einen Unterschied machen zu können. Dabei wird dem Lehm das Wasser entzogen, das ihm seine frühere Bedeutung gab. Durch die Herausforderung wird der Lehm stark. Mir ist wichtig mit den Menschen, denen ich helfen mag auf Augenhöhe zu leben. Meinen Dienst verstehe ich aus einer beziehungsbasierten Entwicklung, die erlaubt das Weltbild des Gastlandes zunächst kennenzulernen, um Dinge in Bewegung zu bringen. Wie ein Haus, das mit Steinen von unten herauf aufgebaut wird (westafrik. Bauweise) stärker sein wird, als ein Haus, das von oben “eingegossen” wird (ostafrikanische Bauweise), möchte auch ich zuerst von meiner Gastkultur lernen. Dazu lebe ich gerne in einheimischen Familien, arbeite mit auf den Feldern und bei den Tieren, trinke mit den Leuten Tee oder schneide Haare 🙂

2. Sozial: Durch Kinder können Gesellschaften und Generationen Hoffnung erfahren. Sie sind die Steine des Fundaments für morgen. Daher möchte ich Kindern (besonders Sozialwaisen) dienen. Durch einen respektvollen Umgang mit Kindern und Familien möchte ich den Kindern Würde und Freude zurückgeben. Oft ist es möglich unter Kindern Beziehungsnetzwerke zu initiieren, die nicht missbräuchlich sondern konstruktiv für das Kindswohl sind. Fußball, Hausaufgabenhilfe und Unterricht sind Ansatzpunkte.

“Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden”
– Psalm 118,22

3. Geistlich: Menschen die Möglichkeit geben vom christlichen Glauben zu erfahren. Viele Menschen haben nie die Möglichkeit gehabt sich für ihren Glauben zu entscheiden sondern wurden darin geboren/gezwungen. Gerade Menschen in Naturreligionen leben in permanenter Furcht, wie ich persönlich erleben durfte. Ihnen ist der christliche Glaube oft eine befreiende Antwort.

“Jeder nun, der irgend diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute; und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde
wehten und stürmten gegen jenes Haus an; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet”
– Matthäus 7,24-25

Vision

Aus unbeachtetem Lehm wird ein starker Stein gebrannt    
Aus starken Steinen werden kräftige Mauern    
Kräftige Mauern werden zu einem schutzgebenden Haus

(Individuell)
(Gesellschaftlich)
(Reproduktiv)

Ich möchte Kinder sehen, die durch den Glauben ein verändertes Leben erfahren, Hoffnung tragen, Freude teilen und ihre Gesellschaft prägen. Kinder, die aus dem Zyklus des Leides ausbrechen. Und ich möchte Gemeinden entstehen sehen, die diese Kinder suchen und ganzheitlich fördern. Diese Vision setzt biblisch an Offenbarung 21,3-4 an:

“Siehe, die Wohnung Gottes ist nun bei den Menschen!
Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird bei ihnen sein. Er wird alle ihre Tränen abwischen, und es wird keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz mehr geben.”

 

 

Mehr über meine Erfahrung, Motivation und Vision ‘sagen’ die folgenden Artikel …
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